SPD vor Ort: Kreistagsfraktion zu Gast im Forstamt Nastätten

Pressemitteilung

Die heimischen Wälder und deren Entwicklung war im vergangenen Jahr 2018 vielfach Thema in der Kommunalpolitik. Die Winterstürme mit Windwürfen, die Trockenheit und der in der Folge massiv auftretende Borkenkäfer hatten zur Folge, dass fast alle Gemeinden im Kreis die Auswirkungen in ihren Wäldern und in der Folge auch in den Forsthaushalten zu spüren bekommen haben oder künftig werden. Um in der Thematik auf dem aktuellen Stand zu bleiben, hat die SPD-Kreistagsfraktion um den Vorsitzenden Carsten Göller (Eschbach) ein Fachgespräch im Forstamt Nastätten geführt. Forstamtsleiterin Susanne Gühne und ihr Stellvertreter Steffen Herzog haben die Kommunalpolitiker begrüßt und mit einem Fachvortrag über die Situation informiert.

In ihrem Vortrag hat Gühne deutlich gemacht, dass die Auswirkungen des Klimawandels im Forst bereits belegbar sind und künftig immer mehr sichtbar werden. Gerade die Wälder werden auf Grund ihrer langen Lebensdauer vom Klimawandel besonders betroffen sein. Die Fichte wird bei dieser Entwicklung in Rheinland-Pfalz die größte Verliererin sein. Die Eiche hingegen wird zur wichtigsten Laubbaumart für ein wärmeres und trockeneres Klima und mit Douglasie und Weißtanne soll weiterhin ein zur Fichte gleichwertiger Rohstoff für die Industrie aus den heimischen Wäldern kommen. Der Wald in der Region muss daher umgebaut werden und das soll mit Maßnahmen zum Erhalt der Arten- und Strukturvielfalt, mit einer risikostreuenden Waldbauplanung und einer naturnahen Waldbewirtschaftung erfolgen. Diese Veränderungen kostet die Städte und Gemeinden im Kreis bares Geld und erste Entwicklungen sind in den Forstwirtschaftsplänen für 2019 erkennbar. "Was Bundeswaldministerin Julia Klöckner hier bislang an finanzieller Unterstützung durch den Bund angekündigt hat, reicht hinten und vorne nicht aus. Da muss sie noch zulegen", so Carsten Göller im Anschluss an den Besuch im Forstamt Nastätten.

Neben den Folgen des Klimawandels ging Gühne auf die am 01.01.19 angelaufene neue Struktur der Holzvermarktung ein. Nach Beschwerden des Kartellamtes darf auch in Rheinland-Pfalz der Verkauf des Holzes nicht mehr über das Forstamt erfolgen, sondern er muss über eine eigene Organisation laufen. Für den Rhein-Lahn-Kreis ist das die neu gegründete Holzverkaufsorganisation Westerwald-Rhein-Taunus mit Sitz in Höhr-Grenzhausen. Die neue Verkaufsorganisation befindet sich im Aufbau und wir künftig ca. 270.000 fm Rundholzaufkommen vermarkten. Auf Nachfrage von Kreistagsmitglied Peter Schleenbecker (Katzenelnbogen) machten Gühne und Herzog aber noch einmal deutlich, dass das Brennholz auch in Zukunft vor Ort über die bekannten Strukturen und Ansprechpartner erworben werden kann.

Das Forstamt in Nastätten ist im Rhein-Lahn-Kreis zuständig für die Verbandsgemeinden Nastätten und Katzenelnbogen, die ehemalige Verbandsgemeinde Loreley und den Staatsforst. Insgesamt werden rund 16.000 Hektar Waldfläche betreut, die zu 12 Prozent dem Staat (Land) gehören, zu 76 Prozent in Gemeindehand sind und zu 12 Prozent in Privatbesitz. Bewachsen ist die Fläche mit rund 73 Prozent Laubholz und 27 Prozent Nadelholz.

 

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