Runder Tisch zur Sicherstellung der hausärztlichen Versorgung erbringt erste Zwischenergebnisse

Pressemitteilung

Um weitere Lösungen zur Sicherstellung der hausärztlichen Versorgung zu finden, aktuell insbesondere für die Gemeinden Weisel und Kamp-Bornhofen, werden zunächst sowohl auf politischer als auch auf fachlicher Ebene weitere Gespräche zu führen sein und Werbemaßnahmen ergriffen werden müssen. Das ist ein erstes Zwischenfazit des Runden Tisches, zu dem SPD-Kreisvorsitzender und Fraktionsvorsitzender im Verbandsgemeinde (VG)-Rat Loreley, Mike Weiland, die Hausärzte aus der VG Loreley, den Geschäftsführer des Krankenhauses Lahnstein Dr. Pascal Scher und Landrat Frank Puchtler eingeladen hatte. "Wir konnten für den ersten Schritt eine Bestandsaufnahme beraten und auch erste Optionen ausschließen, die zur Sicherstellung der hausärztlichen Versorgung in der VG Loreley zum aktuellen Zeitpunkt eher unwahrscheinlich erscheinen", zieht Mike Weiland ein Fazit nach dem Gespräch.

 

Ein ausführlicher Bericht aus Kreisen der Ärzteschaft, wie sich die aktuelle Versorgungslage darstellt, zeigt, wo derzeit akuter Handlungsbedarf besteht. "Wir sehen uns nach dem Austausch in unserer Auffassung bestätigt, dass es schwerpunktmäßig derzeit darum gehen muss, in Weisel eine Nachfolge für den noch praktizierenden Arzt zu organisieren und für Kamp-Bornhofen möglichst doch noch einen ergänzenden Arzt zu gewinnen", so Mike Weiland. Weisels Ortsbürgermeister Ottmar Kappus ergänzt, dass für seine Heimatgemeinde eine Filiale des Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) Mühlbachtal unter der Trägerschaft und Regie von Dr. Scher und dem Krankenhaus Lahnstein eine denkbare Lösung wäre. Wenn man sich hierauf ausrichten könnte, müsste man sich einmal mehr auf die bereits lange Zeit laufende Suche nach einem Nachfolge-Arzt für die aktuelle Praxis begeben. Hierzu müsse man jedoch auch noch weitergehende Gespräche mit dem Krankenhaus Lahnstein führen, was Mike Weiland nun in die Wege leiten wird.

Darüber hinaus berichteten die anwesenden Ärzte, dass es derzeit leider nicht absehbar sei, wann welche Kollegen, die bei der Runde nicht dabei waren, in etwa in den verdienten Ruhestand gingen. Fakt sei aber, dass sich im Falle des Ausscheidens von Kollegen und damit möglicherweise verbundenen Praxisschließungen, die Patienten auf umliegende Praxen verteilen. Das wiederum bedeutet derzeit nach der Schließung einer Hausarztpraxis in Kamp-Bornhofen im zurückliegenden Jahr zwar aktuell eine noch zu handhabende Situation für den dortigen Arzt. Auf längere Sicht gesehen, wäre jedoch ein weiterer Arzt in diesem Bereich, ob mit eigener Praxis in Selbstständigkeit oder als angestellter Arzt und Teil eines MVZ, wieder von Vorteil, damit nicht irgendwann eine Überlastung der praktizierenden Ärzte eintritt. Hier entschied sich die Runde, noch einmal werbende Maßnahmen ergreifen zu wollen.

Wenn man sich die aktuell gute Versorgungssituation in Braubach ansieht und auf die Hoffnung setzen darf, dass das MVZ Mühlbachtal auch künftig tatkräftig in der Region unterstützt, bedarf es in nicht konkret abschätzbarer Zukunft mindestens einer weiteren Stärkung der Versorgung im südlichen Teil der VG Loreley. Deren Planung und strukturierte Herangehensweise gestaltet sich jedoch aufgrund der unklaren Fakten schwierig. "Für die SPD heißt das daher, zunächst die beiden 'offenen Baustellen' weiter verstärkt anzugehen", erläutern Mike Weiland und Kaubs Stadtbürgermeister Karl-Heinz Lachmann. Darüber hinaus sind Gespräche mit der Kassenärztlichen Vereinigung zu führen.

Als weiteres Ergebnis des Runden Tisches ist festzuhalten, dass nach Ansicht der Ärzte der selbstständige Betrieb einer Einzelpraxis auf lange Sicht gesehen sicherlich ein aussterbendes Modell im ländlichen Raum ist. Ein MVZ unter Führung eines Krankenhauses oder mit einem öffentlichen Träger könne dagegen schon als Zukunftsmodell angesehen werden. Aufgrund der Faktenlage sieht die SPD derzeit jedoch von einem MVZ in kommunaler Trägerschaft ab. Dies liegt daran, dass aktuell außer der Praxis in Weisel kein weiterer Arzt verstärktes Interesse zeigt, in einem solchen Modell mitzuwirken. "Wenn hier die VG als Träger tätig werden soll, müsste man auch wissen, ob oder wer sich beteiligen möchte", so Karl-Heinz Lachmann und Mike Weiland abschließend.

 

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