SPD vor Ort: Linienbündelung funktioniert - Angebote sollen ausgebaut und vereinfacht werden - Azubi-Ticket muss kommen

Pressemitteilung

Mit der Linienbündelung im kreisweiten Busverkehr hat der Rhein-Lahn-Kreis im Dezember 2015 Neuland betreten und hat im Land eine Vorreiterrolle eingenommen. In einem Termin mit Stefan Pauly, Geschäftsführer des Verkehrsverbunds Rhein-Mosel (VRM) hat sich die SPD-Kreistagsfraktion um Carsten Göller (Eschbach) über die bisherigen Erfahrungen und künftigen Entwicklungen ausgetauscht. Fazit: Die erst seit Jahresende 2015 umgesetzten Linienbündel funktionieren. Die Ticketangebote sollen ausgebaut und vereinfacht werden.

Im Gespräch stellte Pauly die Vorteile der bisherigen Linienbündelung noch einmal heraus. „Die Kunden haben dauerhaft verlässliche Angebote und die Qualität der Busse konnte gesteigert werden“, so der VRM-Geschäftsführer. In den Verbandsgemeinden Loreley, Nastätten, Katzenelnbogen, Bad Ems, Nassau und Diez wurde die Bündelung bereits umgesetzt und die Leistungserbringung der Busunternehmern läuft weitgehend reibungslos. Mit ein Grund dafür ist, dass beim Ausfall oder bei Verspätungen Vertragsstrafen fällig werden. „Im Rhein-Lahn-Kreis haben wir da eine gute Qualität erreicht“ so Pauly.

Erfreulich sind die Fahrgastzahlen in den Verbandsgemeinden Loreley, Nastätten und Katzenelnbogen. Die angepeilten Zahlen wurden hier fast erreicht. Ähnliches gilt für den Raum Diez. Im Linienbündel Bad Ems und Nassau besteht allerdings noch reichlich Nachholbedarf. Die angepeilten Zahlen konnten hier noch nicht erreicht werden. „Die Angebote sind objektiv betrachtet deutlich besser als vor fünf Jahren. Unser Ziel muss es jetzt sein, das überall im Kreis publik zu machen. Da muss der VRM seine Werbung und Ticketangebote ausweiten“, fordert Göller im Gespräch. Pauly griff die Forderung auf und erläuterte an einigen Beispielen, wie der VRM seine Angebote Schritt für Schritt weiter verbessern will.

Nach Meinung der SPD muss das Angebot der jetzt anlaufenden Gäste-Tickets in der Region extrem beworben werden. Hier sind insbesondere die Hotels, Pensionen und Besitzer von Ferienwohnungen gefragt. „In vielen anderen Urlaubsregionen ist es heute bereits Standard, dass Übernachtungsgästen derartige Angebote im ÖPNV zur Verfügung gestellt werden “, stellte Kreistagsmitglied Manfred Friesenhahn (Weisel) fest. „Hier bekommt der Gast für kleines Geld viel ÖPNV im gesamten nördlichen Rheinland-Pfalz angeboten“, erläutert und wirbt Pauly.

Weiteres Potenzial sieht die SPD in einem Ticket für Auszubildende. Schülertickets und Studierendentickets sind sehr beliebt und weit verbreitet. Ein Ticket für Auszubildende auch in unserer Region ist da nach Auffassung der Lahnsteiner SPD-Kreistagsmitglieder Gabi Laschet-Einig und Matthias Boller der nächste Schritt und sollte unbedingt angeboten werden. Gerade rund um die BBS in Lahnstein ist Parkraum rar und ein solches Ticket würde dort sicherlich eine spürbare Entlastung schaffen. Aber weit darüber hinaus hätten mehr als 25.000 Auszubildende in der Region mit einem solchen Ticket ein Plus zu Ihrer Ausbildung in der Tasche. „Viele Betriebe suchen händeringend Nachwuchs, da muss man mit allem locken, was man bieten kann“, so MdL Jörg Denninghoff. Seitens der SPD sieht man IHK und HWK am Zug, gemeinsam mit dem VRM ein solches Ticket umzusetzen.

Das nächste Linienbündel wird in Lahnstein im Dezember 2020 starten. Dazu laufen im Kreis und beim VRM derzeit die Vorbereitungen Hand in Hand. Im Gespräch wiesen die SPD-Kreistagsmitglieder darauf hin, dass eine enge Verknüpfung von Rhein-Lahn-Kreis und Stadt Koblenz mit dem Linienbündel erfolgen soll. Weniger Umstiege und mehr direkte Busverbindungen aus dem Kreis über Lahnstein nach Koblenz müssen das Ziel sein, so die SPD.

Offen bleibt noch die Verbandsgemeinde Hahnstätten. Wunsch der SPD ist eine Reaktivierung der Aartalbahn, idealerweise durchgebunden von Diez bis Wiesbaden. Durch den Rechnungshofbericht zur Aartalbahn, der vor Ort methodisch und inhaltlich in der Kritik steht, stockt die gesamte ÖPNV-Entwicklung in Aartal. „Das Aartal darf vom ÖPNV nicht abgehängt werden. Daher muss die Aartalbahn mit einer Vernetzung zu den bestehenden Linienbündel im Kreis kommen, besser heute als morgen“, macht Evelin Stotz (Schiesheim) die Position der SPD deutlich.

Die Linienbündelung war ein von VRM und Rhein-Lahn-Kreis entwickeltes Konzept zur  zielführenden und zukunftsfesten Gestaltung des ÖPNV im Kreis. Durch die Zusammenfassung von schwachen und starken Linien in einem Paket wurde die sogenannte Rosinenpickerei durch einzelne Busunternehmen verhindert und das Angebot konnte ausgeweitet werden. Großer Vorteil für den Kreis ist, dass er über die Linienbündelung den Schülertransport im Kreis, der als Pflichtaufgabe sowieso gemacht werden muss, erheblich günstiger realisiert, als vollständig eigenständig. Außerdem ist durch die Linienbündelung das ÖPNV-Angebot vertraglich für mehrere Jahre festgeschrieben und sichergestellt.

„Der Besuch beim VRM war für beide Seiten ein voller Erfolg. Das beiderseitige Verständnis wurde noch mal sensibilisiert. Gäste- und Auszubildentickets müssen kommen“ so Göller zum Abschluss der Gesprächsrunde

 

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