60 Minuten zur Energiewende; Heidenrod als Vorbild auch für den Rhein-Lahn-Kreis

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Wie können Energiesicherheit und die Unabhängigkeit von fossiler Energie in der heutigen Zeit aussehen? Die Gemeinde Heidenrod macht es vor und geht als großes Beispiel im Bereich erneuerbare Energien voran. Die hessische Gemeinde liegt nur wenige Kilometer von der rheinland-pfälzischen Landesgrenze entfernt und bot damit eine schöne Gelegenheit, sich auch über die Grenze hinweg, über die Themen Klimawandel und Energiesicherheit auszutauschen.

Zum Start der 60 Minuten Veranstaltung begrüßte Vorstandsmitglied und Vorsitzende der SPD Loreley Theres Heilscher gemeinsam mit dem Vorsitzenden der SPD Blaues Ländchen, Marc Schieche, und dem SPD-Kreisvorsitzenden Mike Weiland die anwesenden Gäste und bedankte sich zunächst bei Heidenrods Bürgermeister Volker Diefenbach, der sich die Zeit nahm, über die Geschichte der zahlreichen Projekte in Heidenrod zu berichten.

Als die Veränderungen und Folgen des Klimawandels im heimischen Wald sichtbar wurden, war den Verantwortlichen vor Ort klar, dass es höchste Zeit war, Schritte in Richtung erneuerbarer Energien und Klimaschutz zu gehen. Zum Amtsantritt des heutigen Bürgermeisters und ehemaligen Försters Volker Diefenbach (SPD) lag der Schuldenstand von Heidenrod bei 14 Millionen Euro. Mit dem Aufbau erneuerbarer Energien sollte also auch ein Beitrag zur Schuldentilgung geleistet werden, was heute - 8 Jahre später - eindeutig gelungen ist. Aktive Bürgerbeteiligung war damals der Schlüssel zum Erfolg, denn Windkraft war und ist noch heute nicht bei allen Menschen beliebt. Daher initiierte Heidenrod einen Bürgerentscheid über die Grundsatzfrage zum Bau von Windkraftanlagen. Nach erfolgreicher Abstimmung, viel Geduld und einem Investitionsvolumen von 56 Millionen Euro stehen heute 12 eigene Windkraftanlagen in Heidenrod, die jedes Jahr über eine Million Euro in die Gemeindekasse spülen.

Heidenrod setzt auf einen Energiemix aus Windkraft, Solar und einem eigenen Biomasse-Kraftwerk. Insgesamt produziert Heidenrod damit 830 % des eigenen Strombedarfs aus erneuerbaren Energien und ist damit nicht nur unabhängig, sondern exportiert Strom ins gesamte Umland. Auch ein Neubaugebiet ist aktuell in Planung, in dem vor allem auf moderne Holzverarbeitung im Hausbau, ein flächendeckendes kalte Nahwärme-Netz mit Wärmepumpen und Solar gesetzt werden soll.

Die Gemeinde Heidenrod trägt also nicht umsonst den Namen Energie- und Klimaschutzgemeinde – ein Titel, auf den man mancherorts im Rhein-Lahn-Kreis neidvoll blicken kann, bedenkt man die Möglichkeiten erneuerbarer Energien vor allem im Bereich der Welterben. „Natürlich sind wir stolz auf unsere Welterben Oberes Mittelrheintal und den Limes, aber Klimaschutz muss unser aller Aufgabe sein. Das muss auch bei der UNESCO ankommen“, betont Mike Weiland. Nicht immer liegen die Schwierigkeiten bei bürokratischen Hürden. Auch scheitern Projekte am Willen innerhalb der Bevölkerung oder der kommunalen Räte. Vielen Menschen widerstrebt die Vorstellung von Windrädern „vor der eigenen Haustür“, berichtet SPD-Gemeindeverbandsvorsitzender Marc Schieche aus der VG Nastätten. Diese Schwierigkeiten könne man aber aus der Welt schaffen, wenn man die Bürgerinnen und Bürger aktiv in Klimaschutzprojekte einbindet, entgegnet Heidenrods Bürgermeister Diefenbach. 10 % des Windparks in Heidenrod befinden sich in der Hand einer Bürgergenossenschaft, deren 310 Mitglieder jedes Jahr eine dreiprozentige Rendite erhalten.

Die Gemeinde Heidenrod kann in vielen Bereichen als Vorbild für den Rhein-Lahn-Kreis dienen. Hier sei in den nächsten Jahren und Jahrzehnten ein weiter Weg zu gehen, für das alle Verantwortlichen einen langen Atem beweisen müssen. Viel Zeit zu verlieren, gebe es allerdings nicht mehr, denn die Folgen des Klimawandels und die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern brauchen zügige Lösungen – zum Wohle der Menschen und der nachfolgenden Generationen.

 

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