SPD vor Ort: Besuch bei der Amts-Apotheke in Nastätten

Pressemitteilung

Die medizinische Versorgung der Menschen in unserer Region steht vielfach im Blickfeld kommunalpolitischer Debatten. Häufig wird dabei vom Mangel an Haus- und Fachärzten berichtet und überlegt, was getan werden muss. Um den Blick in der Diskussion zu weiten, hat die SPD-Kreistagsfraktion mit Vertretern der SPD in der VG Nastätten die Amts-Apotheke in Nastätten besucht. Apothekerin Theresa Minor begrüßte die Gäste und erläuterte auf einem Rundgang die Arbeit in der Traditionsapotheke. Minor hat die Leitung der Apotheke im Sommer von ihrem Vater Rainer Dreis übernommen. Ins Auge gefallen sind die Erweiterung der Apotheke aus dem Jahr 2015 und das automatische Medikamentenlager mit dem Namen „Rowa Vmax“. Hier werden einzelne Packungen vollautomatisch eingelagert und auf Anforderung direkt hinter dem Tresen ausgeworfen

Im Anschluss an den Rundgang gab es einen Austausch über die Entwicklung der Apotheken in der Region und bundesweit. Besonders die Öffnung des Marktes für Online- und Versandapotheken verändern die Versorgung der Menschen mit Medikamenten. Theresa Minor erklärte den Gästen, dass Apotheken vor Ort besondere Leistungen erbringen müssen, die Onlinehändler umschiffen. Beispielsweise mit einem Sitz im Ausland. Konkret gehören dazu die fachgerechte Beratung zu einzelnen Medikamenten, Nacht- und Notdienste oder die schnelle Versorgung mit lebenswichtigen Medikamenten. „Durch unsere guten Kontakte zu Großhändlern in Koblenz und Bad Kreuznach können wir jedes lieferbare Medikament in 3-4 Stunden nach Nastätten bekommen. Das schafft keine Versandapotheke“, so Minor. Dazu ergänzte der Landtagsabgeordnete Jörg Denninghoff: „In meinen Augen ist es nicht fair, wenn örtliche Apotheken Notdienste machen und andere das nicht müssen. Das ist dann unfaire Rosinenpickerei.“

Daneben ist eine Apotheke vor Ort auch immer Arbeitgeber und Dienstleister für die Menschen in der Region. Beispielsweise durch Medikamentenlieferdienste oder als Arbeitgeber mit attraktiven Berufsfeldern. So sind in der Amts-Apotheke unter anderem 5 Apotheker/innen, 5 Pharmazeutisch Technische Angestellte (PTA) und 5 Pharmazeutisch Kaufmännische Angestellte (PKA) beschäftigt. Mit weiterem Personal haben insgesamt 18 Menschen ihren Arbeitsplatz in der Apotheke. Im Ausland ansässige Versandhändler tragen im Umkehrschluss nichts zur lokalen Wertschöpfung bei.

Ähnlich wie zahlreiche Haus- und Fachärzte oder die Kommunalpolitik machen sich auch die Apotheken im Kreis Sorgen über die künftige Versorgung der Bevölkerung. Der Wegfall von Ärzten führt in der Folge auch zu einem Rückgang von Apotheken und Dienstleistungen im medizinischen Sektor. Nur wenn vor Ort Ärzte, Apotheken und andere Dienstleister Hand in Hand arbeiten, kann von einer vollständigen Versorgung gesprochen werden. „Es braucht auf allen Ebenen Bewegung, damit langfristig die medizinische Versorgung auf dem Land den Stellenwert bekommt, der notwendig ist. Manchmal habe ich das Gefühl in Berlin, bei den Krankenkassen oder der Kassenärztlichen Vereinigung werden die falschen Prioritäten zu Lasten unserer ländlichen Regionen gesetzt“, so Carsten Göller nach dem Termin.

 

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