Breitbandausbau erreicht Meilenstein: Schulen, Krankenhäuser, Gewerbegebiete und weiße Flecken sind als nächstes dran

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60 Minuten SPD zeigt weitere Schritte im Rhein-Lahn-Kreis auf

Der Breitbandausbau erreicht im Rhein-Lahn-Kreis einen weiteren Meilenstein: Das Paket zum Glasfaseranschluss der über 50 Schulen und Krankenhäuser ist vergeben und die Vorbereitung zum Anschluss der Gewerbegebiete sowie der weißen Flecken läuft auf Hochtouren. Kreis-Breitbandberater Martin Rudersdorf konnte nicht nur über bisher erfolgreich erreichte Meilensteine, sondern auch die aktuellen Entscheidungen mit Blick auf die weitere Zeitschiene bis hin zur Gigabit-Versorgung im Kreis berichten. „Flächendeckende Glasfaseranschlüsse sind für das zukünftige Leben im Rhein-Lahn-Kreis entscheidend“, so die klare Botschaft des SPD-Kreisvorsitzenden Mike Weiland und Landrat Frank Puchtler an die Teilnehmer der aktuellen Ausgabe digitalen „60 Minuten SPD“-Veranstaltung.

Am 22. März hat der Kreistag das Projekt für die Erschließung der über 50 Schulen und Krankenhäuser mit Glasfaser beschlossen. Baubeginn soll noch dieses Jahr sein. Ziel ist es, dass die Deutsche Telekom, die die Ausschreibung gewonnen hat, diesen Bauabschnitt in 24 Monaten umsetzt. Dabei sind unter anderem 12 Kilometer Tiefbaumaßnahmen, 85 Kilometer Glasfaserkabel und der Bau von 26 neuen Verteilern durchzuführen. Dies geschieht mit hohen Bundes- und Landesfördergeldern, zu denen die Gemeinden, Städte, Verbandsgemeinden und der Kreis zusammen einen Eigenanteil von etwa 10 bis 15 Prozent beisteuern müssen. Die Schulen und Krankenhäuser werden anschließend bis zur Haustüre erschlossen sein. „Den inneren Ausbau übernehmen die Schulträger dann wiederum in eigener Verantwortung, aber ebenfalls mit hohen Bundesförderungen im Rahmen des Digitalpaktes“, so Mike Weiland und Frank Puchtler. Die Umsetzung erfolgt aber bereits jetzt.

Martin Rudersdorf ist überregional im Ausbau von Breitbandnetzen und der Abwicklung von Förderprogrammen erfahren. „Breitband stellt keine allgemeine Daseinsvorsorge dar, weshalb dessen Ausbau grundsätzlich dem Markt überlassen ist“, so Rudersdorf. Mit öffentlichen Mitteln darf lediglich gefördert werden, wenn ein Markversagen eintritt. Das bedeutet, dass kein Unternehmen eigenwirtschaftlich den Glasfaserausbau vornehmen will. Dies trifft vor allem oft den ländlichen Raum und stellt den Rhein-Lahn-Kreis vor die besondere Herausforderung. Mike Weiland erinnert hier beispielsweise daran, dass in Koblenz von einem Telekommunikationsunternehmen bis auf einen einzigen Stadtteil das komplette Gebiet eigenwirtschaftlich und ohne Fördermittel ausgebaut worden ist. „Hier gilt es den ländlichen Raum zu stärken. Daher sind wir dankbar für die großen Summen von Fördermitteln des Bundes und des Landes“, betonen auch SPD-Kreistagsfraktionsvorsitzender Carsten Göller und Landtagsabgeordneter Jörg Denninghoff.

Die nächste Stufe des Glasfaserausbaus im Kreis mit den Gewerbegebieten und insgesamt 1.045 weißen Flecken kreisweit, also unversorgte Adressen, kostet insgesamt 56 Mio. Euro. Die Ausschreibung hierfür soll noch im Mai durch den Kreis auf den Weg gebracht werden, so dass bis Jahresende der Zuschlag an den wirtschaftlichsten Bieter erteilt werden kann. Auch hier sind Bundesfördermittel von 28,4 Mio. Euro, Landesmittel von 19,8 Mio. Euro und ein aktuell bezifferter Eigenanteil von 8,5 Mio. Euro der Kommunen vorgesehen. „Wir sind froh über die gute Zusammenarbeit mit Bund und Land an dieser Stelle“, so Weiland. Martin Rudersdorf konnte zudem berichten, dass es nun nach langer Zeit auch endlich Klarheit über die Förderbedingungen für die grauen Flecken gäbe. Das sind am Ende diejenigen Adressen, wo bereits mehrere Telekommunikationsanbieter tätig sind, aber noch kein Gigabit-Ausbau erfolgt ist. „Das wird die letzte Ausbaustufe in der Breitbandversorgung im Kreis sein und soll ab 2023 erfolgen“, so Rudersdorf. Diese Stufe wird jedoch richtig Geld kosten. Da sind sich bereits alle Akteure sicher, weil es ein umfangreiches Paket wird. Positiv ist, dass zwischenzeitlich auch immer mehr Unternehmen im Kreis unterwegs sind, um eigenwirtschaftlich Glasfaserausbau anzugehen. „Hier ist beispielsweise die Deutsche Glasfaser aktuell in Braubach, Osterspai und Weisel am Start und versucht bald ausreichend Kunden zu akquirieren“, so Mike Weiland. Insgesamt will dieses Unternehmen im Kreis etwa 28.000 bis 30.000 Haushalte mit Glasfaser anschließen.

Im Anschluss an den Vortrag von Martin Rudersdorf und Aussagen der Politik startete eine Fragerunde mit dem Publikum, bei der im Austausch mit Martin Rudersdorf keine Frage unbeantwortet blieb. „Das war einmal mehr eine informative Veranstaltung im Dialog zwischen Bürgern und Politik, bei der alle sicher am Ende mit etwas mehr Fachwissen zum Breitbandausbau im Rhein-Lahn-Kreis auseinander gehen“, bedankte sich Mike Weiland für die zahlreiche Teilnahme und die Ausführungen des Referenten Martin Rudersdorf

 

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