Bau an der Fischtreppe in Nassau - Anlage am Kraftwerk soll in einem Jahr fertig sein

Pressemitteilung

Mitarbeiter der SGD Nord und der SÜWAG im Gespräch mit MdL Frank Puchtler.

Nassau.

Konkrete Weichen für den Bau einer „Fischtreppe“ wurden bereits 2006 mit einer öffentlich-rechtlichen Vereinbarung zwischen dem Land und der Süwag Energie AG als Betreiber der Wasserkraftanlage gestellt. Jetzt geht es an die Umsetzung.

Die Anlage ist allerdings technisch komplizierter als die im Volksmund genannte "Treppe", die in der Fachwelt "Vertical-Slot Pass" heißt. 1,7 Millionen Euro wird das Bauwerk kosten, an denen sich der Energieversorger mit 500 000 Euro beteiligt. Sobald es die Wetterverhältnisse zulassen, soll mit dem Bau der 17 einzelnen Becken unterhalb des Kraftwerkes - also an der linken Lahnseite - begonnen werden. Diese sind wie im Wartebereich großer Freizeitparks angeordnet mit dem Unterschied, dass es für die Fische, die flussaufwärts wandern, von Becken zu Becken immer auch 20 Zentimeter nach oben geht. So gelangen sie gut drei Meter höher, um dann in einem parallel zur Lahn etwa 150 Meter langen naturnah angelegten Rinnsal durch den jetzigen Hochwasserschutzbereich ihre Reise in der Lahn flussaufwärts fortsetzen können. "Fische schwimmen immer gegen die Strömung", erklärte Martin Hoffmann von der Wasserwirtschaft der Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord in Montabaur, als sich Landtagsabgeordneter Frank Puchtler vor Ort über den Bauplan und die Bauzeit erkundigte. Deshalb müsse technisch auch für eine "Lockströmung" gesorgt werden, die die Kraftwerksströmung überdeckt und die Flussbewohner zu den Becken statt den Turbinen leitet. Sehr aufwendig ist die Technik, diese Strömung zu erzeugen und gleichzeitig die stark schwankenden Wasserstände des Flusses auszugleichen. Flussabwärts soll den Fischen ebenfalls die neue Umleitung technisch auffindbar gemacht werden. Überarbeitet wird auch die Wehrklappe vor den Turbinen des Kraftwerks, um die Tiere sicherer umzuleiten. "Wir haben eine Bauzeit von einem Jahr eingeplant", sagte Dominik Kauss von der Süwag. "Aber bei dem Wetter haben wir keine Chance anzufangen." Die Baumaschinen stehen teilweise bereits in Wartestellung. Zunächst müssen Spundwände eingebaut werden, bevor die Becken und schließlich das Gerinne an die Reihe kommen. "Früher stand die Energiegewinnung im Vordergrund - heute muss dies im Einklang mit ökologischen Gesichtspunkten geschehen", wies der Referatsleiter der Landeswasserverwaltung Prof. Dr. Georg Wieber auf die Hintergründe des Baus hin. Stück für Stück werde jetzt auch an der Lahn daran gearbeitet, den Fluss für die Fische durchgängig zu machen. Der Startschuss in Nassau ist jetzt nur ein Teil, wieder mehr Fische, insbesondere Lachse, in die Lahn zu locken und von dort in den für Lachse geeigneten Mühlbach. Weitere Aufstiegshilfen sind in der Planung und sollen absehbar in Lahnstein, Friedrichssegen und Dausenau folgen. "Auch wenn die Witterung jetzt für Verzögerung sorgt, ist der Baubeginn in Nassau doch ein Zeichen dafür, dass es mit der Durchlässigkeit an der Lahn weitergeht", sagte Frank Puchtler. Ein erstes Konzept für die Durchgängigkeit an der gesamten unteren Lahn mit elf Staustufen - davon neun mit Wasserkraftnutzung - wurde im Auftrag des Landes Rheinland-Pfalz bereits Anfang der 1990er-Jahre erstellt. Eine Vorplanung für den Bau des Fischpasses am Kraftwerk wurde bereits 1993 vorgenommen.

 

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