Ärztekonferenz der SPD Rhein-Lahn in St. Goarshausen:

Pressemitteilung

Spannende Diskussion mit dem Präsidenten der Landesärztekammer Dr. Günther Matheis über die Zukunft der ärztlichen Versorgung auf dem Land

„Erhöht die Anzahl der Medizin- Studienplätze“, so lautet der Appell von Dr. Matheis an die Politik. Die Situation ist ernst: Laut Landrat Frank Puchtler werden die Hausärzte im Rhein-Lahn-Kreis durchschnittlich immer älter. Im April 2019 sind ca. 45% der Hausärzte 60 Jahre alt oder älter. Für die Zukunft stellt das die ärztliche Versorgung im ländlichen Raum vor große Herausforderungen. Auf Einladung des SPD-Kreisvorsitzenden Mike Weiland besuchte nun der Präsident der Landesärztekammer Dr. Günther Matheis den Rhein-Lahn-Kreis und referierte zu diesem Thema, das auch in vielen anderen Teilen von Rheinland-Pfalz diskutiert wird. Neben Ärztinnen und Ärzten nahmen auch Landrat Frank Puchtler, Bürgermeister der VG Diez Michael Schnatz, SPD-Kreisvorsitzender Mike Weiland, sowie Theresa Lambrich und Marco Jost vom SPD-Gemeindeverband Loreley an der Konferenz teil.

„Das Thema ärztliche Versorgung steht für die SPD in der Verbandsgemeinde Loreley, aber auch im Rhein-Lahn-Kreis schon lange auf der Tagesordnung“, betonte SPD-Kreisvorsitzender Mike Weiland. Auf Antrag der SPD-Kreistagsfraktion hat der Kreis hier bereits Vorbildliches zum Werben neuer und auch junger Ärzte auf den Weg gebracht: unter anderem ein Stipendienprogramm für Medizinstudenten, die sich nach dem Studium im Rhein-Lahn-Kreis niederlassen wollen, einen Weiterbildungsverbund, ein Mentoren-Programm, eine Plattform und ein Netzwerk zum fachlichen Austausch, ein Service-Angebot für junge Ärzte u. a. bei der Vermittlung von Wohnraum, Kitas etc. eine enge Verzahnung der Förderungen der Kassenärztlichen Vereinigung und beispielsweise die Kreisgesundheitskonferenz mit festen Teilnehmern aus Krankenhäusern, Ärzteschaft, Politik, Kassenärztlicher Vereinigung, Gesundheitsministerium usw. wurde ins Leben gereufen. Eine eigene Plakatkampagne, die Bürgerinnen und Bürger zur Zusammenarbeit aufruft, wurde darüber hinaus von der SPD selbst durchgeführt. „Wir verzeichnen jetzt erste Erfolge. Aktuell haben wir zwei Ärzte in Aussicht, die sich beispielsweise in der Verbandsgemeinde Loreley engagieren möchten. Der Rhein-Lahn-Kreis und das Obere Mittelrheintal sind sehr wohl auch für junge Ärztinnen und Ärzte attraktiv “, so Mike Weiland. Doch nun gilt es, Lösungen mit der Kassenärztlichen Vereinigung zu suchen, nach deren Statistik der Mittelbereich St. Goarshausen überversorgt sei. Das verstehe im gesamten Kreis doch kein Mensch, der immer weitere Wege zum Hausarzt in Kauf nehmen müsse, geschweige denn Probleme habe, überhaupt einen neuen Hausarzt zu finden, der ihn noch aufnehme, wenn eine frühere Praxis geschlossen worden sei, zeigt sich Weiland auch verärgert. „Da gelingt es der ehrenamtlichen Politik Hausärzte in den Rhein-Lahn-Kreis zu locken und sie für den ländlichen Raum zu interessieren, da rennen Ärzte und Politik gemeinsam an behördlicher Stelle gegen eine Wand“, so der SPD-Kreisvorsitzende. Hier gelte es in weiteren Gesprächen Lösungen zu finden, damit die ländliche Region nicht abgehängt werde.

Auch Landrat Frank Puchtler spricht von einer großen Herausforderung, die generationsübergreifend ernstgenommen werden muss. Die Thematik der ärztlichen Versorgung auf dem Land ist nicht nur eine des Gesundheitswesens, auch für die Demographie ist die Verfügbarkeit medizinischer Kompetenzen von großer Bedeutung. „Mangelnde Gesundheitsversorgung darf nicht zur Landflucht führen“, so Landrat Puchtler. Unter seiner Führung organisierte der Rhein-Lahn-Kreis eine Gesundheitskonferenz mit allen Vertretern des Gesundheitswesens und richtete konkrete Forderungen an die Bundespolitik. Darunter auch die Forderung nach mehr Flexibilität bei Beschäftigungen.

Doch die Ärztekonferenz richtete das Augenmerk auch auf mögliche Ursachen des Ärztemangels. In seinem Vortrag berichtete Dr. Matheis von einer Reduzierung von Medizinstudienplätzen im Jahr 2001. Die vormals 17 000 Plätze wurden auf 10 000 gesenkt. Schon 2002 gab es daraufhin erste Nachwuchssorgen. Laut Dr. Matheis muss dies dringend wieder rückgängig gemacht werden. Er fordert eine massive Erhöhung der Medizinstudienplätze. Auch eine Fachkräftezuwanderung aus dem EU-Ausland oder Drittstaaten könne langfristig keine Lösung sein.

Darüber hinaus schlägt er vor, Häuser der medizinischen Grund- und Regelversorgung in Medizinzentren umzuwandeln. Hierzu müssen seitens des Gesetzgebers die Richtlinien angepasst werden. Zudem muss die Arbeitsweise der aktuellen Generation bei der Zukunftsplanung der ärztlichen Versorgung berücksichtigt werden. Junge Ärzte möchten häufiger als früher in Teilzeit arbeiten. Auch Einzelpraxen scheinen kein Modell der Zukunft zu sein und immer mehr abzunehmen.

Im Anschluss der Gastreden folgte eine spannende Diskussion mit reger Beteiligung unter der Leitung von Marco Jost vom SPD-Gemeindeverband Loreley. SPD- Kreisvorsitzender Mike Weiland zeigte sich am Schluss der Veranstaltung erfreut über die informationsreichen Vorträge und die konstruktiven Diskussionen.  „Die hausärztliche Versorgung sichern- auch hier war die SPD bisher die treibende und taktgebende Kraft im Kreis. Dies werden wir auch in Zukunft sein!“, so Mike Weiland abschließend.

 

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