Landärzte dringend gesucht

Veranstaltungen

Allendorf.

Die "Ärztliche Versorgung im ländlichen Raum" stand im Blickpunkt des jüngsten "Forums Rhein-Lahn", zu dem der SPD-Kreisverband nach Allendorf eingeladen hatte. Die mit über 130 Interessierten außergewöhnlich große Zahl der Teilnehmer, die der Kreisvorsitzende, Landtagsabgeordneter Frank Puchtler, in dem voll besetzten Saal des Gasthauses "Bei Ecke" begrüßen konnte, war ein Beleg für die Aktualität der komplexen Thematik und für das allgemeine Informationsbedürfnis bei den Bürgern.

In seinem Eingangsstatement wies Staatssekretär Christoph Habermann vom Gesundheitsministerium in Mainz auf eine im Ganzen relativ gute medizinische Versorgung in Rheinland-Pfalz hin. Ungeachtet des allgemeinen Bevölkerungsrückgangs sei die Zahl der praktizierenden Ärzte zum Beispiel von rund 16 000 im Jahr 2000 auf weit mehr als 18 000 Ende Dezember 2008 gestiegen, davon rund 6600 im ambulanten Bereich. Dabei dürfe jedoch nicht verkannt werden, dass die Bereitschaft jüngerer Ärzte, sich in ländlichen Regionen niederzulassen, merklich abnehme.
"Nach der Rechtslage in der Bundesrepublik liegt es in der Zuständigkeit der Kassenärztlichen Vereinigungen (KV), eine ausreichende ambulante Versorgung der Bevölkerung auch auf dem Lande sicher zu stellen", so der Staatssekretär. Die Landesregierung sei im Rahmen ihrer Möglichkeiten bemüht, dabei regulierend einzugreifen. Im Hinblick auf den neuen Krankenhaus-Plan des Landes, der Ende 2010 vorliegen soll, versprach Christoph Habermann die Beibehaltung eines flächendeckenden Angebotes von möglichst schnell und gut erreichbaren stationären Einrichtungen.
Dr. Claus Harry Becker, Ortsbürgermeister in Burgschwalbach und Arzt im Ruhestand, wies auf die zunehmende Überalterung der Hausärzte und ihre unverhältnismäßige Arbeitsbelastung bei relativ bescheidener Dotierung hin. "Wir brauchen auf dem Land mehr niedergelassene Allgemeinmediziner, sonst werden es vor allem die älteren Einwohner immer schwerer haben, überhaupt noch einen Arzt ihres Vertrauens zu finden", so Dr. Becker. Dem stimmte Dr. Hans Jaeger (Singhofen), Organisator des Rettungsdienstes und der Notfallmedizin im Rhein-Lahn-Kreis, mit einem leidenschaftlichen Plädoyer für verstärkte finanzielle und arbeitsmäßige Anreize für junge Ärzte im ländlichen Raum ohne Einschränkung zu. "Unser System kann so nicht weiter bestehen - auch nicht mit der Aufhebung der beruflichen Altersgrenze von 68 Jahren", so Dr. Jaeger, "wir werden ein großes Problem bekommen, wenn die Politik nicht in der Lage ist, den Zustand zu ändern."
Mit nüchternen Zahlen belegt wurden die Alarmrufe der Mediziner durch Landrat Günter Kern, der darauf hinwies, dass in den nächsten zehn Jahren voraussichtlich mehr als die Hälfte der im Rhein-Lahn-Kreis praktizierenden Hausärzte ihren beruflichen Ruhestand antreten werden. Bürgermeister Harald Gemmer erinnerte an die extreme ärztliche Unterversorgung in der Verbandsgemeinde Katzenelnbogen und forderte ein "Vorkaufsrecht" der Verwaltungen bei frei werdenden Praxen. In seinem Schlusswort bedankte sich Frank Puchtler für die lebhafte Detail-Diskussion. "Wir alle sind gefordert", so der Landtagsabgeordnete, "das Mögliche zu tun, damit der ländliche Raum in seiner Entwicklung nicht abgehängt wird."

 

Homepage SPD Rhein-Lahn

 

WebsoziCMS 3.5.2.9 - 818642 -

WebsoziInfo-News

16.11.2017 09:26 Im Bereich Digitalisierung wagt Jamaika keinen großen Wurf
Bundeskanzlerin Merkel und FDP-Chef Lindner haben zur Digitalisierung Deutschlands in den letzten Monaten große Ankündigungen gemacht. Davon ist bei den „Jamaika“-Sondierungen wenig zu sehen, kritisiert Lars Klingbeil, netzpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion. Mit „Trippelschritten“ könne Deutschland seinen gewaltigen Rückstand nicht aufholen. „Im Bereich Digitalisierung wagt Jamaika keinen großen Wurf. Das Zukunftsthema Nummer eins wird wie ein Randthema behandelt.

16.11.2017 09:25 Bezahlbarer Wohnraum darf kein Luxus sein
Laut einer aktuellen Schätzung sind in Deutschland etwa 860.000 Menschen wohnungslos, Tendenz steigend. Trotz wachsender Zahlen von Baugenehmigungen und fertiggestellten Wohnungen ist offensichtlich, dass sich der Ausstieg der öffentlichen Hand aus dem Wohnungsbau nun in steigender Wohnungsnot niederschlägt. „Die SPD-Bundestagsfraktion sieht dringenden Handlungsbedarf für mehr sozialen Wohnungsbau. Wir wollen deshalb den von Bundesbauministerin Hendricks eingeschlagenen

16.11.2017 09:23 Merkel verpasst Chance für klares Klima-Signal
Es ist jetzt die Zeit für eine mutige Politik zum Schutz des Weltklimas. Deutschland kommt dabei nach wie vor eine zentrale Rolle zu. Allerdings hat die Bundeskanzlerin die Chance verpasst, mit ihrer Rede ein Signal für eine ambitionierte Klimaschutzpolitik zu geben. „Die Bundeskanzlerin hatte heute die einmalige Chance, ein starkes Signal an die Weltgemeinschaft zu

08.11.2017 20:26 Wirtschaftsweise: SPD-Wirtschaftspolitik bestätigt
Das heute vorgestellte Sachverständigengutachten der Wirtschaftsweisen sieht ein kräftiges Wirtschaftswachstum von 2,2 Prozent im kommenden Jahr voraus. Damit übertrifft es die ohnehin guten Prognosen der Bundesregierung und bestätigt einmal mehr den wachstumsfreundlichen Kurs der SPD-dominierten Wirtschaftspolitik. „Für die aufgeworfenen wichtigen Zukunftsfragen des Gutachtens kann die SPD gute Konzepte vorlegen. Sowohl haben wir eine Investitionsoffensive für

08.11.2017 20:23 Wichtiges Urteil für die Rechte intersexueller Menschen
Das Bundesverfassungsgericht hat heute die Verfassungswidrigkeit der Beschränkung von Geschlechtseinträgen in das Geburtenregister festgestellt und damit ein klares Zeichen für die Rechte von trans- und intersexuellen Menschen gesetzt. Die SPD-Bundestagsfraktion spricht sich darüber hinaus für eine weitere gesellschaftliche Stärkung aus. „In einem heute veröffentlichten Beschluss fordert das Bundesverfassungsgericht die Möglichkeit der Eintragung eines dritten Geschlechts

Ein Service von websozis.info

 

Wetter-Online